Einfamilienhaus mit gedämmtem Dach aus der Vogelperspektive, umgeben von einem gepflegten Garten

Vertiefung

Vier Themenfelder im Detail

Von der Kennzahl im Energieausweis bis zur Wahl der richtigen Ansprechperson: Diese Seite führt tiefer in die vier Themenbereiche ein, die auf der Startseite angerissen werden.

I.

Der Energieausweis: Aufbau und Aussagekraft

Der Energieausweis ist ein standardisiertes Dokument, das den rechnerischen Energiebedarf eines Gebäudes beschreibt. Zentrale Kennzahlen sind der Heizwärmebedarf (HWB), der angibt, wie viel Energie theoretisch nötig ist, um das Gebäude auf einer bestimmten Innentemperatur zu halten, sowie der Gesamtenergieeffizienz-Faktor (fGEE), der zusätzlich das gesamte Energiesystem inklusive Heizung und Warmwasserbereitung einbezieht.

Ausgestellt wird der Ausweis von dazu berechtigten Fachpersonen, etwa bestimmten Ziviltechnikerinnen und Ziviltechnikern oder Gewerbetreibenden mit entsprechender Befugnis. Grundlage ist meist eine Erhebung der Bauteile, der Fenster, der Haustechnik und teilweise eine Begehung des Gebäudes vor Ort.

Wann die Vorlage verpflichtend ist

Nach dem Energieausweis-Vorlage-Gesetz 2012 (EAVG 2012) besteht die Pflicht zur Vorlage insbesondere beim Verkauf sowie bei der Neuvermietung von Gebäuden oder Gebäudeteilen. In Immobilienanzeigen müssen zudem die wesentlichen Kennzahlen angegeben werden. Bei reiner Eigennutzung ohne Verkaufs- oder Vermietungsabsicht besteht in der Regel keine unmittelbare gesetzliche Vorlagepflicht.

Ein ausgestellter Energieausweis ist üblicherweise zehn Jahre gültig, sofern keine wesentlichen baulichen Veränderungen am Gebäude vorgenommen wurden, die seine Aussage grundlegend verändern würden.

II.

Sanierungsmaßnahmen mit spürbarem Effekt

Nicht jede Maßnahme wirkt sich gleich stark auf den Energiebedarf eines Gebäudes aus. In vielen unsanierten Altbauten und älteren Einfamilienhäusern zählen folgende Bauteile zu jenen, an denen sich energetisch besonders viel bewegen lässt.

Handwerker bringt Dämmplatten an einer Hausfassade an, Ansicht von schräg oben

Fassadendämmung ist eine der Maßnahmen, die häufig diskutiert werden, jedoch bei denkmalgeschützten Fassaden nur eingeschränkt möglich sein kann.

Dach und oberste Geschoßdecke

Warme Luft steigt nach oben. Eine ungedämmte oberste Geschoßdecke oder ein ungedämmtes Dach zählt daher oft zu den Bauteilen mit vergleichsweise hohem Wärmeverlust, gleichzeitig ist die Dämmung hier technisch oft unkompliziert.

Fassade

Die Außenwand macht bei vielen Gebäuden einen großen Anteil der Gebäudehülle aus. Eine fachgerechte Fassadendämmung kann den Heizwärmebedarf spürbar senken, muss aber mit Fragen des äußeren Erscheinungsbilds abgestimmt werden.

Fenster

Alte Fenster mit Einfach- oder älterer Doppelverglasung weisen häufig deutlich schlechtere Dämmwerte auf als moderne Verglasungen. Ein Tausch wirkt sich meist sowohl auf den Energiebedarf als auch auf den thermischen Komfort aus.

Heizsystem

Der Wechsel von einer alten Öl- oder Gasheizung zu einem effizienteren System wie einer Wärmepumpe oder einem Fernwärmeanschluss beeinflusst vor allem die Kennzahl fGEE im Energieausweis.

Kontrollierte Wohnraumlüftung

In gut gedämmten Gebäuden kann eine kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung dazu beitragen, Lüftungswärmeverluste zu begrenzen und gleichzeitig die Luftqualität zu verbessern.

Austausch alter Holzfenster gegen neue Fenster in einem Altbau, Detailansicht der Fensterlaibung
III.

Förderungen von Bund und Ländern

Der Klima- und Energiefonds veröffentlicht öffentlich zugängliche Informationen zu bundesweiten Förderprogrammen, die unter anderem den Austausch fossiler Heizsysteme sowie thermische Sanierungsmaßnahmen an Ein- und Mehrfamilienhäusern betreffen. Diese Programme werden in der Regel über eigene Förderstellen abgewickelt und unterliegen periodisch angepassten Richtlinien.

Zusätzlich zu den Bundesförderungen bieten die neun österreichischen Bundesländer eigene Förderschienen an. Diese können sich in den Voraussetzungen, der Höhe der Förderung und den Einreichfristen deutlich unterscheiden. Manche Länder fördern beispielsweise gezielt die Sanierung von Einfamilienhäusern, andere legen einen Schwerpunkt auf mehrgeschoßigen Wohnbau.

Worauf man bei der Recherche achten kann

Da sich Förderbeträge und Bedingungen im Zeitverlauf ändern, ist es sinnvoll, die jeweils aktuellen Informationen direkt bei der zuständigen Bundes- oder Landesförderstelle einzuholen, bevor konkrete Entscheidungen getroffen werden. Häufig ist auch eine Reihenfolge einzuhalten, etwa dass ein Antrag vor Beginn der Sanierungsarbeiten gestellt werden muss.

Quenavor stellt keine Förderanträge und übernimmt keine Antragsformalitäten. Verbindliche Auskünfte zu Förderhöhen und Fristen erteilen ausschließlich die zuständigen Förderstellen von Bund und Ländern.

IV.

Die Wahl einer Energieberaterin oder eines Energieberaters

Wer einen Energieausweis erstellen lassen oder eine Sanierung planen möchte, benötigt in aller Regel Unterstützung durch qualifizierte Fachpersonen. Da die Ausgangslage jedes Gebäudes unterschiedlich ist, kann folgende Übersicht als Orientierung bei der ersten Auswahl dienen.

Berechtigung zur Ausstellung

Nicht jede Person, die energetisch berät, ist automatisch berechtigt, einen rechtsgültigen Energieausweis auszustellen. Diese Berechtigung kann im Vorfeld erfragt werden.

Erfahrung mit vergleichbaren Gebäuden

Ein Gründerzeithaus stellt andere Anforderungen als ein Einfamilienhaus aus den 1980er Jahren. Erfahrung mit ähnlichen Bauweisen kann die Qualität der Einschätzung beeinflussen.

Transparente Kostenaufstellung

Ein schriftliches Angebot mit nachvollziehbarer Aufschlüsselung der Leistungen erleichtert den Vergleich zwischen mehreren Anbieterinnen und Anbietern.

Klare Trennung von Beratung und Ausführung

Manche Eigentümerinnen und Eigentümer legen Wert darauf, dass Beratung und spätere Ausführung der Sanierungsarbeiten von unterschiedlichen, voneinander unabhängigen Stellen erfolgen.

Nachvollziehbare Dokumentation

Ein nachvollziehbarer Bericht mit Berechnungsgrundlagen erleichtert es, die Ergebnisse später mit anderen Angeboten oder einer Zweitmeinung zu vergleichen.

Klemmbrett mit Checkliste liegt auf einer Baustelle neben Werkzeug, Nahaufnahme von oben
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